Donnerstag, 14. Oktober 2010Küchenmesser versus Freundeskreis
Kochen gehört zu den tollsten Freizeitbeschäftigungen, die es gibt. Zumindest habe ich diesen Eindruck, wenn ich mich durch Fernsehsendungen zappe, im Kiosk vor unzähligen Kochzeitschriften stehe oder mit Freunden versuche den Abend zu verbringen. Früher hat man sich zum Trinken und Reden getroffen. Ich war froh, meine Freunde zu sehen und von der Arbeit abschalten zu können. Die Themen beliefen sich auf unsinniges, beiläufiges oder anzügliches. Man kennt sich, man darf das. Ich bin auch für vieles offen, jedes Thema hat seine Berechtigung. Aber wenn gute Freunde am Freitagabend der Meinung sind, über ihr Vorhaben ein Küchenmesser kaufen zu wollen, reden, dann werden doch Grenzen erreicht.
Ein Küchenmesser kaufen!? Was gibt es da schon zu reden? Es muss scharf sein und den Nutzen erfüllen! Fertig! Nächstes Thema? Nein! Da wird über die Schleifart diskutiert, der richtige Ansatz beim Schnitt, welcher Sternekoch welches Messer benutzt oder welcher Schärfegrad die Fasern beim Fleisch zerstört. Ganz ehrlich, I don't care! Kochen ist toll, kochen macht Spaß! Aber ich habe noch nie eine kaputte Faser beim Essen geschmeckt! Geht das überhaupt? "Entschuldigung, aber mein Steak hat eine zerstörte Faser! Ich würde gern den Restaurantleiter sprechen." Genau, so sehe ich mich das nächste Mal beim Restaurantbesuch. Die Einweisung in die Anstalt bekomme ich dann gleichzeitig mit der Rechnung. Eine Bitte an meinen Freundeskreis: Ein Küchenmesser kaufen ist eine Tätigkeit von zehn Minuten und kein Vorhaben auf Lebenszeit! Das ist schnell abgehandelt. Oder müssen wir demnächst über die Rundungen eines Löffels debattieren? Ich hoffe nicht! Trackbacks
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